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Spardosen

Design & Ausstrahlung

Eine Spardose ist eine Dekofigur mit einer einzigen technischen Bedingung: Sie muss hohl sein. Alles andere folgt daraus. Der Körper braucht Volumen, deshalb sind Spardosenfiguren rundlicher als andere; der Schlitz braucht eine gerade Fläche, deshalb sitzt er auf dem Rücken oder dem Kopf; und der Boden entscheidet über die Nutzung.

Drei Verschlussarten sind im Umlauf. Der Gummistopfen ist der verbreitetste, weil er sich beliebig oft öffnen lässt und günstig herzustellen ist. Die Drehkappe aus Kunststoff schließt dichter und fällt seltener heraus. Die geschlossene Büchse ohne jede Öffnung ist die ursprüngliche Bauform — wer an das Geld will, muss sie zerbrechen.

Der Schlitz sollte wenigstens zweieinhalb Millimeter Breite haben, sonst passen Zwei-Euro-Stücke nicht hinein. Verarbeitet werden Kunstharz, Keramik sowie Holz mit Glasfront. Motivisch reichen sie vom Tier — Lama, Mäuse — über Fahrzeuge, Schuhe und Getränke bis zu Widmungsstücken mit Schriftzug oder Zahl.

Bedeutung

Zum Namen Sparschwein gibt es eine viel zitierte Erklärung, die nichts mit dem Tier zu tun hat, in der Sprachforschung aber umstritten bleibt. Im mittelalterlichen Europa wurden Vorratsgefäße aus einem billigen orangen Ton gebrannt, den man im Englischen pygg nannte. Die pygg jars waren die üblichen Behälter für alles, was aufbewahrt wurde, auch für Münzen — und als der Materialname im Laufe der Zeit in Vergessenheit geriet, klang er wie das Wort für Schwein. Die Töpfer bauten daraufhin, was das Wort nahelegte — so jedenfalls die Überlieferung.

Die Sache hat eine zweite, unabhängige Wurzel. Das Schwein war in der bäuerlichen Wirtschaft die Anlageform: Es fraß Abfälle, wuchs schnell, wurde im Herbst geschlachtet und lieferte Vorrat für den Winter. Ein Schwein zu halten war Sparen in Fleisch — deshalb passte das Bild ohnehin.

Die geschlossene Büchse erklärt sich aus ihrem Zweck. Sie war als Bausparhilfe und Kinderspardose gedacht, und dass sie zerschlagen werden muss, ist keine Nachlässigkeit, sondern die Absicherung: Was nicht zu öffnen ist, wird nicht angebrochen. Die Sparkassen gaben dagegen abschließbare Heimspardosen aus, die nur in der Filiale geöffnet wurden.

Einsatzbereiche

Der Platz liegt dort, wo täglich Kleingeld anfällt: Flurkommode, Schreibtisch, Küchenfensterbank, Kinderzimmerregal. Erhöht steht die Dose sicherer als an einer Tischkante, denn eine gefüllte Keramikdose wird schwer und bricht beim Anstoßen.

Für Kinder ist ein Bodenverschluss sinnvoller als die geschlossene Büchse, weil sich Zwischenstände zählen lassen — genau darin liegt der Reiz beim Sparen. Als reine Dekofigur genutzt, sollte der Schlitz abgedeckt werden, weil sich darin Staub sammelt, der ohne Öffnung nicht mehr herauskommt.

Glasierte Keramik lässt sich feucht abwischen, unglasierte Bodenkanten nehmen Feuchtigkeit auf. Blechdosen rosten von innen, wenn feuchte Münzen hineinkommen. Gummistopfen werden mit den Jahren hart und schrumpfen, ein Stück Filz darunter hält sie wieder dicht. Beim Umstellen unter dem Boden greifen, nicht am Hals oder an den Ohren.

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