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Wanddeko

Design & Ausstrahlung

Wanddeko arbeitet mit einer Einschränkung, die alles andere bestimmt: Sie hat nur zwei Dimensionen zur Verfügung und muss ihre Tiefe vortäuschen. Daraus ergeben sich die Bauformen. Das Relief modelliert Erhebungen aus einer Grundplatte heraus und erzeugt Tiefe durch Schattenwurf. Das Silhouettenobjekt verzichtet auf die Platte und lässt die Wandfarbe selbst zum Hintergrund werden. Die Vollplastik an Konsole oder Ausleger steht von der Wand ab und ist die aufwendigste Lösung.

Nach Material teilt sich das Feld in zwei Gruppen. Metall liefert Wandbilder aus Scheiben, geschnittene Ornamente und Schriftzüge. Kunstharz gibt Tierköpfe, Vögel auf dem Ast und figürliche Rahmen.

Die wichtigste gestalterische Größe ist der Abstand von der Wand. Ein flach aufliegendes Objekt wirkt wie ein Bild, ein um wenige Zentimeter abgesetztes wirft Schatten und wird als Körper gelesen.

Bedeutung

Wandschmuck ist älter als jedes Möbel. Die Höhlenmalereien von Lascaux und Altamira sind Wandgestaltung, und über Jahrtausende blieb die Wand der einzige Bildträger, den ein Raum hatte — Fresko, Mosaik, Wandteppich. Das Bild im Rahmen, das sich abnehmen und mitnehmen lässt, setzte sich mit der Tafelmalerei des Mittelalters durch.

Der Wandteppich zeigt, warum diese Reihenfolge nicht zufällig ist. In steinernen Burgräumen diente er zugleich als Wärmedämmung und Schallschutz, und weil er sich aufrollen ließ, reiste er mit dem Hof von Sitz zu Sitz. Wandschmuck war Ausstattung, Technik und Vermögensanlage in einem.

Für die heutige Aufhängung ist eine Regel aus dem Museumsbau übernommen worden: Die Mitte eines Objekts liegt auf etwa 145 Zentimetern Höhe, weil das der durchschnittlichen Augenhöhe eines stehenden Erwachsenen entspricht. Über Sitzmöbeln rückt sie tiefer, weil dort sitzend geschaut wird. Das ist der häufigste Fehler bei Wanddeko — zu hoch gehängt.

Einsatzbereiche

Einzelobjekte brauchen freie Wandfläche um sich herum, mindestens die eigene Breite auf jeder Seite. Über Sofa, Bett oder Sideboard gilt die Faustregel, dass das Objekt oder die Gruppe etwa zwei Drittel der Möbelbreite einnimmt — schmaler wirkt verloren, breiter drängt.

Gruppen halten zusammen, wenn sie eine gemeinsame Linie teilen: entweder alle Oberkanten, alle Unterkanten oder eine gedachte Mittelachse. Gleiche Abstände zwischen den Stücken sind wichtiger als gleiche Größen.

Die Befestigung richtet sich nach dem Untergrund. In Vollziegel und Beton hält ein Dübel jedes Gewicht; in Gipskarton braucht es einen Hohlraumdübel, weil ein normaler Dübel die Platte ausbricht. Klebehaken tragen nur leichte Stücke und lösen sich bei Wärme und auf Tapete. Ab etwa einem halben Meter Breite sind zwei Aufhängepunkte sinnvoll, sonst stellt sich das Objekt schief.

Unbehandeltes Holz und Textil gehören nicht in die Duschzone, weil sie Feuchtigkeit ziehen. Rostoptik färbt auf helle Tapete ab, hier hilft ein Abstandhalter aus Filz. Metallobjekte an einer kalten Zimmerwand können bei Kondenswasser Ränder hinterlassen.

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