Mittelalter Deko
Design & Ausstrahlung
Diese Deko-Welt lebt von Härte: gerade Kanten, dunkle Metalltöne, Steinstruktur, Leder, kein einziger weicher Übergang. Die Oberflächen sind mattgrau, brüniert, altsilbern oder rostbraun, dazu kommen Rot und Blau als Wappenfarben und gelegentlich Gold als Zierakzent. Hochglanz und Pastell gibt es in dieser Gruppe praktisch nicht.
Das Themenfeld ordnet sich in vier Blöcke. Figuren zeigen Ritter in Rüstung und Kreuzritter im Waffenrock — stehend mit Schwert oder Lanze. Ausstattungsstücke bilden Rüstteile im Kleinformat nach: Helm, Brustplatte, Schild, Kettenhemd-Ausschnitte. Wandstücke tragen Wappen, gekreuzte Schwerter und Schriftbänder. Und schließlich die Bauwerke: Burgmodelle, Türme und Tore, meist in Kunstharz mit aufgesetzter Steinstruktur.
Gearbeitet wird in Kunstharz, als grauer Stein gefasst oder silbern mit dunkler Wischung. Der Maßstab ist auf Regal und Sideboard ausgelegt.
Bedeutung
Was die Deko als Mittelalter zeigt, ist zeitlich viel engmaschiger, als der Begriff vermuten lässt: Nahezu alle Motive stammen aus dem Hoch- und Spätmittelalter zwischen dem zwölften und fünfzehnten Jahrhundert. Die vollständige Plattenrüstung, die das Bild des Ritters prägt, gab es erst ab etwa 1400 — also am Ende der Epoche, nicht in ihrer Mitte.
Die Wappen haben einen praktischen Ursprung. Mit dem geschlossenen Helm war ein Kämpfer nicht mehr zu erkennen, und daraus entstand ab dem zwölften Jahrhundert die Heraldik mit ihren strengen Regeln: Farbe darf nicht auf Farbe stehen, Metall nicht auf Metall, damit die Zeichen auf Distanz lesbar bleiben. Ein Wappen war ein Erkennungssystem, kein Schmuck.
Einsatzbereiche
Eine große Ritterfigur arbeitet als Einzelstück und steht am besten erhöht — am Kaminsims, auf einer Konsole oder am Ende eines Regalbretts. Diese Aufstellung nimmt die Wächterfunktion auf, aus der die Figuren kommen.
Burgmodelle brauchen Tiefe und eine freie Fläche, weil Innenhof und Mauerkronen erst von oben lesbar werden; in einer Nische stehend verliert sie die Hälfte ihrer Wirkung. Auf einem Beistelltisch oder einem tiefen Regalboden stehen sie richtig.
Wandstücke mit Wappen hängen am besten über Augenhöhe, weil sie dort ihre ursprüngliche Position über dem Eingang zitieren. Ab einem halben Meter Größe gehört die Aufhängung in einen Dübel.
Lanzen und Schwertspitzen der kleinen Kunstharzfiguren sind dünn und brechen leicht, deshalb gehören sie nicht in Laufwege. Metalleffektlack auf Kunstharz reibt an Griffkanten ab. Steinstruktur hält Staub fest und lässt sich trocken mit einem Pinsel lösen.