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Maritime Deko

Design & Ausstrahlung

Maritime Deko wird über eine Farbkombination zusammengehalten, nicht über ein Motiv: Weiß, Marine- und Graublau, dazu Naturtöne von Hanf, Sand und ungestrichenem Holz, gelegentlich ein rotes Detail als Akzent. Diese Palette ist der Grund, warum sich Stücke aus ganz verschiedenen Bereichen zusammenstellen lassen, ohne dass die Gruppe auseinanderfällt.

Der Motivbestand teilt sich in vier Gruppen. Schiffsausstattung liefert Anker, Steuerrad und Laterne. Die Tierwelt bringt Möwe, Fisch, Seepferdchen und Seehund. Bauwerke stehen für die Küste, vor allem der Leuchtturm. Und schließlich die Menschen der Küste — Kapitän, Matrosin, Badegäste, Kinder in Matrosenkleidung.

Die Oberflächen sind oft auf alt gearbeitet: weiß gekalkt, abgeriebene Kanten, matte Farbe. Diese Gebrauchsspuren sind gewollt, weil die Vorlage der Gestaltung kein neues Schiff ist, sondern ein benutztes.

Bedeutung

Die Gegenstände dieser Deko-Welt waren sämtlich Werkzeuge, und das erklärt ihre Formen besser als jede Symbolik. Ein Anker ist so gebaut, dass eine Fluke sich in den Grund gräbt, während der Schaft hebelt — die unsymmetrische Silhouette ist reine Mechanik. Ein Steuerrad hat Speichen, die über den Kranz hinausstehen, damit der Rudergänger auch bei Seegang greifen kann. Ein Rettungsring ist deshalb ringförmig, weil er über den Kopf passen muss.

Zum Zeichen wurde der Anker früh. In den römischen Katakomben steht er als verstecktes Kreuz und als Bild für Hoffnung, und seine Bedeutung als Sinnbild für Halt hat sich über Seemannstattoos bis in die heutige Deko erhalten.

Die Farbwelt hat ebenfalls eine handfeste Herkunft: Weiß gestrichene Häuser mit blauen Türen sind die typische Bauweise vieler südlicher Küstenorte, weil helle Farbe die Sonne reflektiert und die Fassade schont. Was heute als maritimer Stil verkauft wird, ist zu großen Teilen das Farbschema von Fischerhäusern.

Einsatzbereiche

Einzelstücke setzen sich in dieser Deko-Welt weniger gut durch als Gruppen, weil das Thema über Wiederholung von Farbe und Material entsteht. Eine flache Schale mit Muscheln, daneben ein Treibholzstück und eine Laterne wirkt geschlossener als drei verteilte Figuren.

Fensterbank und Sideboard sind die üblichen Flächen, das Bad ist der stimmigste Raum — dort allerdings nur mit Material, das Feuchte verträgt. Unbehandeltes Holz und Jute nehmen Wasserdampf auf und setzen in Dauerfeuchte Stockflecken an.

Tauwerk verliert bei Sonne seine Festigkeit und wird spröde; echtes Hanftau staubt außerdem und lässt sich schlecht reinigen. Rostoptik färbt auf helle Untergründe ab, ein Untersetzer verhindert das. Muscheln und Seesterne sind Naturstücke und brechen leicht, deshalb gehören sie in eine Schale und nicht an eine Tischkante.

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