Auswahl & Wirkung
Wetterfeste Gartenfiguren sind weniger eine Kategorie als eine Materialfrage — denn ob eine Figur den Winter übersteht, entscheidet nicht das Motiv, sondern aus welchem Stoff sie gefertigt ist.
Unter den Materialien die draußen bestehen ist Kunstharz das häufigste für moderne Gartenfiguren. Das Material ist UV-stabilisiert, wasserabweisend und bricht im Frost nicht — drei Eigenschaften die ein Gartenfigurenmaterial erfüllen muss wenn es im Außenbereich ohne zusätzlichen Schutz bestehen soll. Stein hält ebenfalls, ist aber schwer und brüchig bei Stürzen. Keramik ist empfindlich gegen Frost. Holz fault. Metall rostet. Kunstharz kombiniert die Vorteile — leicht genug für große Formate, witterungsbeständig genug für den ganzjährigen Einsatz, oberflächlich malbar wie kein anderes Material im gleichen Preisrahmen.
Bedeutung
Die Frage nach der Wetterfestigkeit von Gartenfiguren ist historisch betrachtet neu. Bis ins 20. Jahrhundert waren die wenigen Figuren die in Privatgärten standen aus Stein, Gusseisen oder Terrakotta — und sie wurden behandelt wie Bauteile des Gartens selbst. Dass Figuren ins Haus gebracht werden wenn der Winter kommt, ist eine Praxis aus der Zeit als das Material empfindlicher wurde: mit dem Aufkommen bemalter Gips- und Keramikfiguren im 19. Jahrhundert wurde der Winterschutz zur Notwendigkeit, und viele Gärtner haben bis heute die Gewohnheit, Figuren im Oktober einzuräumen.
Moderne Kunstharzfiguren machen diesen Schritt meist überflüssig. Das Material hält die Temperaturspannen eines mitteleuropäischen Jahres aus — von Frost bis Sommerhitze — ohne sichtbaren Verlust. Was bleibt, ist die UV-Belastung: direktes Sonnenlicht verblasst auch Kunstharz-Oberflächen über Jahre, wenn auch deutlich langsamer als bei anderen Materialien. Wer Figuren dauerhaft in voller Sonne aufstellt, akzeptiert ein langsames Ausbleichen über Jahrzehnte — ein Prozess der bei Stein ebenfalls stattfindet, nur weniger auffällt.
Damit ist die wetterfeste Figur heute weniger ein Produktversprechen als ein Materialstandard — Kunstharz hat für den Privatgarten die Rolle übernommen die früher gegossener Beton oder Naturstein innehatten, ohne deren Nachteile mitzubringen.
Einsatzbereiche
An unbeschatteten Gartenstellen — Rasenmitte, Beetrand, freier Weg — stehen Kunstharzfiguren ganzjährig. Im Regen, unter Schnee und in Sommersonne bleibt die Form stabil. In halbschattigen Bereichen behalten sie die Farben am längsten. Unter dichten Bäumen sammelt sich Feuchtigkeit und Moos, ein gelegentliches Abwischen reicht aus. An Teich- und Wasserrändern übernehmen Kunstharzfiguren die Rolle die früher Stein ausfüllte — leichter, günstiger, in mehr Motiven verfügbar.
Hinweise zur Pflege von Kunstharz-Figuren finden sich in den Pflegetipps.
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