Bilderrahmen Deko
Design & Ausstrahlung
Ein Deko-Bilderrahmen unterscheidet sich vom reinen Gebrauchsrahmen dadurch, dass er selbst sichtbar bleiben will. Statt eines schmalen Profils, das hinter dem Bild verschwindet, trägt er eine breite Leiste, ein Relief, eine Farbfassung — oder er ist überhaupt figürlich gearbeitet und hält das Bildfeld als Teil einer Szene.
Die gängigen Formate folgen trotzdem der Norm, weil Fotos in festen Formaten abgezogen werden: 10 × 15, 13 × 18, 20 × 30 Zentimeter. Material ist Kunstharz, in dem Figur und Ornament plastisch ausgeformt sind. Die figürlichen Ausführungen sind zum Aufstellen gedacht.
Bedeutung
Der Rahmen ist jünger als das Bild. In der Antike waren Wandbilder Teil der Wand, in die sie gemalt wurden — eine Umrandung brauchte niemand. Mit dem Tafelbild des Mittelalters setzte sich das transportable Bild durch, und damit ein Rand, der es abschließt. Frühe Altarrahmen waren aufwendiger gearbeitet als die Gemälde darin.
Was der Rahmen tut, ist bis heute dasselbe: Er trennt das Bild von der Wand und erklärt es damit zum Bild. Der Kunsthistoriker spricht von einer Schwelle — innerhalb gilt die Darstellung, außerhalb der Raum. Genau deshalb wirkt ein gerahmtes Schnappschussfoto anders als dasselbe Foto mit Klebestreifen an der Wand: Der Rahmen behauptet, dass es sich lohnt, hinzusehen.
Bei figürlichen Deko-Rahmen kehrt sich das um. Hier rahmt nicht der Rand das Bild, sondern das Bild vervollständigt die Figur — ein Drache, der neben dem ovalen Ausschnitt sitzt, wirkt erst mit eingelegtem Bild vollständig.
Einsatzbereiche
Für die Wand gilt die Museumsregel: Bildmitte auf etwa 145 Zentimeter Höhe, weil das der durchschnittlichen Augenhöhe entspricht. Über einem Sofa oder Sideboard rückt sie tiefer, dort richtet man sich an der Möbelkante aus — etwa eine Handbreit Abstand darüber.
Mehrere Rahmen wirken als Gruppe stärker, wenn sie eine gemeinsame Linie teilen: entweder alle Oberkanten oder alle Unterkanten bündig. Schwere Kunstharz-Rahmen brauchen einen Dübel, kein Nagelhaken in der Gipskartonwand. Stehende Rahmen auf schmalen Sideboards kippen leicht nach hinten weg — die Rückseite gehört gegen eine Wand oder eine Buchreihe.