Was ist Bienenwachs?
Bienenwachs ist ein natürliches Sekret, das von Arbeitsbienen produziert wird – ein Nebenprodukt der Honigproduktion, das aus über 300 verschiedenen Substanzen besteht. Den Hauptanteil bilden Ester (70–80 %), daneben Kohlenwasserstoffe, freie Fettsäuren und Alkohole. Die charakteristische gelbe Farbe entsteht durch Carotinoide und Flavone aus dem Pollen. Der angenehme Honigduft bleibt auch nach der Verarbeitung erhalten – weshalb Bienenwachskerzen ohne Zusatzstoffe nach Honig riechen.
Geschichte
Bienenwachs gehört zu den ältesten Werkstoffen der Menschheit. Im alten Ägypten wurde es für Salben, Kosmetik und die Mumifizierung genutzt. Antike Maler verwendeten es für die Enkaustik – eine Maltechnik mit eingeschmolzenem Wachs, deren Werke Jahrtausende überdauert haben. Im Mittelalter galten Bienenwachskerzen als Luxusgut: Sie brannten heller, länger und rauchärmer als Talg- oder Kiefernharzkerzen und waren deshalb Kirchen und Adelshöfen vorbehalten.
Wie produzieren Bienen das Wachs?
Arbeitsbienen im Alter von zwölf bis achtzehn Tagen produzieren Wachs in acht paarigen Wachsdrüsen an der Unterseite des Hinterleibs. Eine Wachsschuppe wiegt etwa 0,25 Milligramm – eine Biene braucht rund acht Kilo Honig, um ein Kilo Wachs herzustellen. Die Bienen greifen die Schuppen mit den Hinterbeinen, kauen sie mit Speichelzusatz weich und formen daraus die sechseckigen Waben, die Honig, Pollen und Brut aufnehmen.
Gewinnung und Verarbeitung
Bei der Imkerei wird Bienenwachs durch Ausschmelzen alter Waben gewonnen: Die Waben werden erhitzt, das Wachs trennt sich von Honigresten, Pollen und Propolis, wird filtriert und in Form gebracht – als Blöcke, Pastillen oder Platten. Verantwortungsvolle Imker entnehmen nur überschüssiges Wachs. Regelmäßiger Wabentausch ist Teil guter Imkerpraxis, da alte Waben Krankheitserreger beherbergen können – das entnommene Wachs ist ein natürlicher Nebenertrag.
Verwendung
Bienenwachs findet sich in vielen Bereichen:
- Kerzenherstellung: Die klassische Verwendung. Bienenwachskerzen brennen langsam, tropfarm und ohne synthetische Zusatzstoffe.
- Kosmetik: Lippenpflege, Cremes und Salben nutzen die feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften des Wachses.
- Lebensmittelbereich: Als Überzug für Käse, in Bienenwachstüchern als Plastikersatz.
- Holz- und Lederpflege: Traditionelles Imprägniermittel für Möbel, Böden und Leder.
- Medizin: Entzündungshemmende Eigenschaften machen Bienenwachs zum Bestandteil von Salben und Pflastern.
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Häufige Fragen: FAQ Bienenwachskerzen
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Materialvergleich: Bienenwachs vs. Paraffin