Tierfiguren Deko
Design & Ausstrahlung
Tierfiguren für den Innenraum trennen sich an einer Frage, die vor jedem Material kommt: Soll die Figur das Tier zeigen oder seine Form? Die naturgetreue Ausführung arbeitet mit Fellstruktur, Farbzeichnung und korrekter Anatomie und wird an ihrer Genauigkeit gemessen. Die stilisierte reduziert auf die Kontur, bleibt einfarbig und glatt und wird als Objekt gelesen, nicht als Abbild. Dazwischen liegt kaum etwas — Mischungen aus beidem wirken unentschieden.
Die Haltung bestimmt die Bauweise. Sitzende und liegende Tiere brauchen keine tragenden Beine und sind deshalb die häufigsten Formate; stehende Vierbeiner mit dünnen Läufen erfordern Materialstärke oder einen verbundenen Sockel. Hörner, Schnäbel, Ohren, Schwänze und Geweihe sind die Stellen, an denen fast jede Figur zuerst bricht.
Verarbeitet werden vor allem Kunstharz und Keramik, bei einzelnen Stücken ergänzt um echtes Wollvlies oder einen Metallkäfig.
Bedeutung
Das Tier im Wohnraum hat eine sehr alte Vorgeschichte. Die ältesten bekannten Bildwerke des Menschen sind Tierdarstellungen — die Elfenbeinfiguren vom Vogelherd in der Schwäbischen Alb sind etwa 40.000 Jahre alt und zeigen Mammut, Höhlenlöwe und Wildpferd, keine Menschen. Was abgebildet wurde, war das, wovon das Leben abhing.
Diese Reihenfolge erklärt, warum Tierfiguren so selbstverständlich wirken: Sie sind das älteste Motiv, das es gibt. Der Wechsel kam erst mit der Sesshaftigkeit, als aus dem Jagdtier das Nutztier wurde und aus dem Nutztier schließlich das Haustier — heute steht die Figur meist für Nähe, nicht mehr für Nahrung.
Jede Art trägt dabei ihre eigene zugeschriebene Eigenschaft, und diese Zuschreibungen sind in den Einzeleinträgen des Lexikons beschrieben. Was sie gemeinsam haben, ist ihr Ursprung in beobachtetem Verhalten: Die Eule gilt als klug, weil sie nachts sieht; der Hase als fruchtbar, weil er mehrmals im Jahr Junge hat; das Schaf als geduldig, weil es sich scheren lässt. Symbolik ist in diesen Fällen verkürzte Naturbeobachtung.
Einsatzbereiche
Erhöhte Flächen tragen Tierfiguren besser als der Boden, weil die Silhouette auf Augenhöhe gelesen wird: Sideboard, Fensterbank, Kaminsims, freies Regalbrett. Zwischen Büchern und in gefüllten Vitrinen verliert die Kontur ihre Wirkung.
Gruppen funktionieren nach zwei Regeln. Gleiche Tierart in ungleicher Größe wirkt als Familie oder Herde; verschiedene Arten im gleichen Material und in gleicher Farbe wirken als Sammlung. Gemischte Arten in gemischtem Material wirken zufällig — das ist der häufigste Grund, warum eine Aufstellung unruhig aussieht.
Glasierte Keramik lässt sich feucht abwischen, Kunstharz mit tiefer Fellstruktur wird trocken mit einem Pinsel ausgekehrt. Aufgesetztes Wollvlies bleicht in direkter Sonne aus. Die wetterfeste Variante für draußen bieten die Gartenfiguren.