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Afrika Deko

Design & Ausstrahlung

Afrika Deko meint im Wohnbereich fast immer dasselbe Grundmotiv: eine menschliche Figur in aufrechter Haltung, oft mit einem Gefäß auf dem Kopf oder im Arm. Gearbeitet wird in Kunstharz, weil sich damit schlanke, hohe Formen gießen lassen, die in Stein oder Holz entweder brechen oder unbezahlbar wären. Die Oberflächen sind meist matt gehalten, von dunklen Tönen über Weiß und Rosa bis Gold, teilweise mit aufgesetztem Schmuck aus Pailletten oder farbigen Stoffelementen.

Typisch ist die Größe. Während die meisten Dekofiguren auf Regalhöhe gedacht sind, reichen Afrika-Figuren bis etwa einen Meter Höhe, und die großen Stücke stehen auf dem Boden — sie sind Raumobjekte, keine Ablagestücke.

Bedeutung

Die Darstellung der tragenden Frau ist kein europäisches Klischee, sondern bildet eine reale Alltagstechnik ab: Das Tragen von Lasten auf dem Kopf ist in weiten Teilen West- und Ostafrikas die übliche Transportform, weil die Wirbelsäule das Gewicht senkrecht abträgt und die Hände frei bleiben. Dass die Figuren diese Haltung zeigen, erklärt auch ihre Form — der gestreckte Hals, die gerade Körperachse, das ausbalancierte Gefäß.

Nach Europa kam dieses Bild über zwei Wege. Zum einen über die Kunst der Moderne: Ab etwa 1905 sammelten Künstler wie Picasso, Matisse und Kirchner afrikanische Skulpturen, deren reduzierte Formen die europäische Bildhauerei nachhaltig verändert haben. Zum anderen über die Einrichtungsmode der Neunziger, als Naturtöne und ethnische Motive in Wohnzeitschriften den Ton angaben.

Als Wohnobjekt steht Afrika Deko heute für beides — für ein Interesse an fremden Formen und für eine Einrichtung, die Wärme über Material und Farbe sucht statt über Muster.

Neben der tragenden Figur hat sich eine weitere Gruppe etabliert. Die Büste zeigt nur Kopf, Hals und Schultern, oft überlängt und auf einem Sockel; sie folgt formal der europäischen Porträtplastik und überträgt deren Aufbau auf ein afrikanisches Motiv.

Einsatzbereiche

Große Standfiguren brauchen Abstand zur Wand und freie Sicht auf die Silhouette, sonst geht die Kontur verloren, die das Motiv ausmacht. Gut funktionieren Flur und Treppenaufgang, wo Höhe ohnehin vorhanden ist und wenig Möblierung stört. Im Wohnzimmer stehen sie neben einer Pflanze mit großen Blättern besser als vor einem Bücherregal, weil sich die ruhige Form gegen viele kleine Rücken nicht durchsetzt.

Kunstharz ist für den Innenraum gedacht; direkte Sonne über Jahre bleicht dunkle Oberflächen aus. Auf glattem Boden empfiehlt sich ein Filzgleiter unter der Standfläche. Staub setzt sich vor allem in den Vertiefungen ab und lässt sich trocken mit einem weichen Pinsel lösen.

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